1. Etappe von Pelorus Bridge nach St Arnaud geschafft. Viel schwieriger als erwartet!

Mit 18 kg auf dem Rücken kommt man nicht so schnell voran. Etwas tut immer weh (derzeit ist es der Daumen, den ich bei einem Sturz verletzt hatte), so brauche ich häufige Pausen. Dann fing es schon am zweiten Tag an heftig zu regnen. Ich blieb in der Captain‘ Creek hut blockiert, mutterseelenallein mit meinem Sudoku und ein paar Duzend Sandflys, die ebenfalls Schütz vor dem Regen suchten.

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Captain’s Creek hut

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Ich realisierte, dass bei dem Tempo meine Vorräte niemals bis St Arnaud reichen würden. Es war wohl verrückt anzunehmen, dass ich pro Tag 25Km schaffen würde. Das Gelände ist zeitweise schwierig, und mit solchen Regen-Zwangspausen habe ich auch nicht gerechnet. Zum Glück gab es nach 3 Tagen einen Weg runter zu einer Strasse, von wo mich drei junge Kiwis auf einer Jeep-Plauschfahrt nach Nelson zurück brachten. Nach dem auffüllen der Vorräte und einer Nacht im trockenen Hotel ging es zurück zum Te Araora Trail. Die 5 Nächte auf dem Weg nach St Arnaud schlief ich immer in Hütten (wozu schleppe ich eigentlich ein 3kg – Zelt herum?) Hütten hier sind nicht zu vergleichen mit dem Luxus von SAC Hütten. Sie sind alle sehr klein und bestehen meist aus 6 Betten und einem Holzofen, sonst gibt es rein gar nichts. Meistens war ich allein; nur einmal traf ich auf ein paar ältere Kiwis aus Nelson, unter anderen Peter, der den ganzen Te Araora gemacht hat. Seine Erzählungen machten mir Angst vor meinem Vorhaben. So war das erste, was ich hier in St Arnaud kaufte, ein PLB (personal locator beacon, ein Sateliten-Notrufgerät). War sündhaft teuer (525 Dollar), dafür ist dann die Helikopter-Rettung free of charge😊. Aber dieses Gerät ist notwendig hier, vor allem wenn man alleine unterwegs ist. Mobil-Empfang gibt es unterwegs nirgends, und es sind viel weniger Trecker unterwegs als ich erwartet hatte. Gemäss Hüttenbücher sind es nur zwischen null und drei pro Tag! Die nächste Etappe ist die schwierigste des gesamten Te Araora. Es geht über den 1900m hohen Waiau Pass. Ca. 7 Tage werde ich in der Wildnis sein, dann auf eine Strasse stossen ( Hauptstrasse von Westport nach Christchurch) von wo mich hoffentlich ein Auto nach Hanmer Springs bringt. Dort werde ich wieder mal duschen und Vorräte auffüllen. Mehr als für 8 Tage Proviant tragen ist sowieso unmöglich. Darum wird diese Pause kurz vor Weinachten notwendig sein.

 

3 Kommentare zu „1. Etappe von Pelorus Bridge nach St Arnaud geschafft. Viel schwieriger als erwartet!

  1. Hallo Martin
    Gratulation zum Blog, wir werden versuchen Dich zu verfolgen. Dank Deinen Angaben der Orte konnte ich sogar die Route finden. Ich war noch nie in New Zealand und was Du machst ist schon ein Abenteuer.

    Ich war in meiner Militärzeit bei den Gebirgsfüsilieren und kann mir etwa vorstellen, wie die Strapazen sind. Wieviel Wasser musst Du mittragen? Wenn Du unterwegs genug Wasser findest, dann ist die Packung sicher leichter – oder anders

    Weiterhin frohes Wandern und sichere Tritte. Kann Dein PLB auch aktiv Deine Position orten und dies auf den Blog beamen? Dies wäre cool, besser als Dein Gratis-Helikopterflug – welchen Du hoffentlich nie brauchen wirst

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  2. Das liest Du wohl in Hammer Springs nach dem beschwerlichsten Teil des Treks, Martin. Bin froh, dass ein Helikopter Rettungsflug gratis sein wird!!!! Den Du hoffentlich nicht brauchst, aber Daumen reicht ja auch als Warnung. Dein trockener Humor brachte mich zum Lachen. Frohe Weihnacht irgendwo, Hütte oder Zelt.

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