4. Etappe: von Tekapo nach Wanaka – 1. Teil: Tekapo nach Twizel – 50 km auf Gravel Roads in zwei Tagen (plus 18 km im Auto)

HAPPY NEW YERAR TO ALL MY FOLLOWERS!

Bei dieser Teiletappe ging es vor allem um die Frage, wo verbringe ich Sylvester? In der anonymen Großstadt Christchurch wollte ich nicht bleiben. Christchurch ist zwar interessant, die Spuren des verheerenden Erdbebens von 2011 noch überall sichtbar.

 

img_4411

Doch ich blieb nur 2 Nächte und fand, Sylvester im kleinen Ferienort Tekapo sei sicher attraktiver und nehme am 29.12. den Intercity-Bus dort hin. Tekapo liegt am Te Araora und ist der Ausgangspunkt meiner 4. Etappe. Dies, nachdem ich 242km des Te Araora übersprungen habe – weil ich nicht lebensmüde bin und schon gar nicht versuche, die Flüsse Rakaia und Rangitata zu überqueren, welche selbst in der official Trail Notes als „hazard zone“ bezeichnet werden.
Tekapo ist ein beliebter Ferienort, so beliebt, dass über die Feiertage kein Bett mehr frei ist. Die Jugendherberge gibt mir einen Platz zum Campieren für eine Nacht. Immerhin kann ich so den einmaligen Sternenhimmel bewundern, für den Tekapo (bzw. seine Sternwarte) so berühmt ist.

img_4426

Als ich am nächsten Tag mein Zelt abbreche, baut neben mir einer sein Zelt auf. Es ist Denis aus Tschechien – auch einer von den (wenigen) TA Wanderern, deren Name mir aus den Hüttenbüchern bekannt ist, auch er war mir immer ein paar Tage voraus, auch er hat die gefährliche Flussetappe übersprungen. Nach etwas TA-Erfa-Austausch trennen sich unsere Wege leider wieder. Er war schlau genug, im Voraus zu reservieren.

So laufe ich los, immer noch nicht wissend, wo ich Sylvester verbringen werde. Es ist der 30.12. und ich laufe und laufe – immer auf Gravel Roads. Am Anfang sah ich noch zwei, drei Autos und dachte, wenn ich genug von Gravel Roads habe, kann ich ja Autostop machen. Die Telegraph Hut (2 Betten) nach 15 km war eher ein Museumsstück denn eine Hütte, ausserdem war zu gutes Wetter um so früh schon Das Nachtlager aufzuschlagen.

img_4448

Obwohl die Landschaft herrlich war, hatte ich nach 20km genug von den staubtrockenen Gravel Roads – aber es gab keine Autos. So lief ich die ganzen 30 km (ein neuer Rekord) bis zum Lake Pukaki, wo ich an einer einsamen Bucht mein Zelt aufschlug.

Der Wetterbericht für den 31.12. war miserabel, aber ich stand bei bestem Wetter auf und ausser ein paar Regentropfen während des Tages war es perfektes Wanderwetter. Bis nach Twizel wären es 40 km, das würde ich nicht schaffen. Und auf Sylvester alleine im Zelt hatte ich auch keine Lust. So hoffte ich auf ein Auto, und tatsächlich tauchte schon nach einer halben Stunde eine amerikanische Reisegruppe im Minibus auf, die mich 18 km bis zur Hauptstrasse mitnahm. Dort versuchte ich weiter zu hitchhiken, aber auf dieser Schnellstrasse ist es aussichtslos. So folgte ich weiter dem TA Trail, der hier auf einem Cycling Trail führt – weiterhin auf Gravel Roads. In Twizel angekommen, war ich völlig erschöpft: meine Solen brennen wie Feuer. Zwei Tage auf Gravel Roads sind schlimmer als zwei Tage in den Bergen!
Unterwegs hatte ich noch schnell ein Backpackers gebucht, damit ich mich auf ein richtiges Bett freuen konnte. Ich teilte mein Zimmer mit Antoine, einem Bretonen, der den TA in umgekehrter Richtung macht. Er ist Meeresbiologe und wird hier an der Uni im Rahmen seines PHD forschen. Mit ihm verbringe ich Sylvester bei viel Bier.
Am nächsten Morgen fühle ich mich wie gerädert – unfähig zu analysieren ob es wegen zu viel 🍺 oder zu viel Gravel Roads ist. Vermutlich beides. Beim Frühstück mit einem Liter Kaffee plane ich die nächste Teil-Etappe – die kommenden 6 -7 Tage bis Hawea werden sehr hart werden; viel rauf und runter, viele Flussüberquerungen und kaum Hütten. Zufällig stosse ich im Fischereiladen auf Neuseeländische wasserdichte Wanderschuhe die passen. Schade um die guten alten Schuhe, die mich auf den Killimanjaro getragen hatten. Aber für Neuseeland seid ihr leider ungeeignet!

7 Kommentare zu „4. Etappe: von Tekapo nach Wanaka – 1. Teil: Tekapo nach Twizel – 50 km auf Gravel Roads in zwei Tagen (plus 18 km im Auto)

  1. Hi Martin
    HÄBBI NU JIIIIIER, auch dir, Martin. Wir wünschen dir alles-alles Gute im Neuen Jahr, vor allem Gesundheit und sonst einfach nur alles Gute und Schöne!!!
    Und zunächst erst mal möglichst gutes Wetter auf deiner Tour, KEINE nassen Füsse mehr, wenn nötig wenigstens wieder Kuh-support beim Überqueren von bitte nicht zu reissenden Flüssen und immer wenn gewünscht ein Auto zum Mitfahren!
    Eben einfach nur gute und schöne Tage!
    Mit den besten Wünschen und vielen lieben Grüssen
    Inge & Christian

    Liken

  2. Hallo Martin
    Du hast viel gelernt in Deinem 2016 und ein paar weise Entscheidungen getroffen, zu welchen wir Dir wie auch zum 2017 gratulieren und weiterhin alles Gute wünschen.

    Zuerst, dass Du eine der gefährlicheren Streckenabschnitten zu umfahren und auch etwas Distanz zum Marschplan aufzuholen, wird Befriedigung aufgenommen. Dies heisst, wir kommen weiterhin ein paar schöne Bilder geliefert

    Dass Du Dich von Deinen Wanderschuhen getrennt hast, ist eigentlich tragisch – so viele km zusammen verbracht, so viele Socken durchnässt und so viele Blasen geteilt, schweisst schon zusammen. Aber bravourös (nach durchzechter Nacht) zack einen Entscheid getroffen, durchgesetzt und mit neuem Schuhwerk den Rest der Strecke in Angriff nehmen, hat schon was symbolisches für 2017

    Die Bilder der Gegend wo Du entlang der Schotterstrassen gelaufen bist sind war sehr schön und wie aus dem Ferienprospekt. Nach so vielen Stunden Lupinien sehen, hat man es irgendeinmal satt. Deine Kilometerleistungen werden immer besser und Du wirst Dich mit den Besten messen auf der Strecke

    Deine Affinität zu Bier ist sicher immer noch vorhanden, aber die Mengen solltest Du besser über das Jahr verteilen, es hätte dann mehr Platz für Rotwein oder andere leckere Sachen

    Danke fürs Teilen und einen Guten Start 2017

    Liken

    1. Danke Kurt für deine treffenden Kommentare! Die Trauer um meine alten Wanderschuhe war von kurzer Dauer. Die neuen haben sich bewährt. Apropos Lupinien: die erste, die mir begegnete, habe ich mit Begeisterung fotografiert, nicht ahnend, dass mir diese Blume millionenfach, felderweise, im Wege stehen wird.

      Liken

  3. Martin, danke für Neujahrsgrüsse. War wohl Zeit für neue Wanderschuhe, mein Gott, Kilimandscharo liegt weit zurück. Auch die besten Goretex Wanderschuhe haben ein beschränktes Leben, und das war wohl ein schönes Weihnachts/Neujahrsgeschenk. Neue Schuhe! Hoffentlich wirst Du auf der nächsten Strecke (die Du fertig gelaufen hast bis Du das liest) die neuen Schuhe geniessen können. Scheint ja eine spannende Strecke zu werden. Besser rauf und runter statt Schotter. Bin schon gespannt auf nächsten Bericht. Machs guet. 2017 fängt gut an. Grüßli, Christa

    Liken

    1. Danke, Christa. Richtig, lieber rauf und runter als auf Schtter! Hier in der Ferienparadiesgegend Lake Hawea / Lake Wanaka habe ich oft an Euch gedacht. Fast so remote und fast so schön wie Raasay.

      Liken

  4. hallo Martin
    Endlich hats für neue Schuhe gereicht. Schade um die alten, aber Wandern und Motorradfahren mit nassen Füssen ist fürchterlich. Die Bilder deines Blogs sind toll aber die Anstrengungen der Wandertage und Nächte im Zelt oder selten in guten Betten liest man aus deinen Zeilen. Ich wünsche dir viel Kraft und Elan für deine weiteren Etappen.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s